von Ortwin Ellinger » Montag 9. März 2009, 17:57
Grüß Gott, lieber Alfons!
Vorhin habe ich mir einmal Eure Zeitschrift "Der Fels" durchgeklickt; danke, daß man die einzelnen Hefte auch auf den Bildschirm holen kann.
Bitte sei mir nicht böse, wenn ich Dir offen sage, daß bei mir der Eindruck enstand: Ihr unterscheidet Euch ja von den Pius-Brüdern nicht allzu sehr!
Ihr verurteilt Homosexuelle: wer hat Euch dazu das Recht gegeben? Ihr brecht den Stab über Geschiedene: wer hat Euch hier zum Richter bestellt? Ihr unterstellt allen, die eine geschwisterliche Kirche und einen angstfreien Umgang miteinander einfordern, sie hätten niedrige Motive und wollten Schaden anrichten.
Wer hat Euch befugt, ausgerechnet Euch als die Hüter und Bewahrer "der Kirche" zu betrachten?
Und zu Eurem Namen: "der Fels" ist allein der Herr Jesus Christus, und nicht der Papst! Dieser ist im Gefüge der Kirche der erste Diener aller (servus servorum dei, wie er sich ja selbst nennt) und nicht der Herr und Herrscher der Christenheit. Der Papalismus und Kurialismus, dem Ihr ganz offen huldigt, weist ganz eindeutig auf eine vorkonziliare Ghettomentalität hin.
Zu Deiner Verwunderung ob der Beliebtheit der "nachtodlichen Belehrungen" von Johann Heinrich Jung-Stilling: diese atmen einen irenischen, alle Christen verbindenden Geist und zeichen sich aus (wenn ich als leider nur oberflächlicher Kenner der "Jenseitsbotschaften" das einmal so aufzählen darf) durch:
(1) Emanzipation aus dem tradidionell christlichen Gedankengebäude,
(2) Verbindung von Christentum und Aufklärung,
(3) Suche nach dem historischen Kern der christlichen Botschaft und
(4) Einübung in Frömmigkeitsformen, die einem modern, berufstätigen Christen angemessen sind.
Sicher kommt noch anderes dazu -- und vor allem auch Humor, den ich bei euch ganz vermisse.
Es spricht für sich, wenn Du (und auch andere in diesem Thread) nicht auf den Inhalt der Texte eingehst und hier im einzelnen Deine Bedenken (die ich ja an manchen Stellen durchaus auch habe) vorträgst, sondern von vornherein das alles abqualifizierst als Äusserungen eines "Siegerländer Calvinisten und Freimaurers".
Nur dazu noch eine Anmerkung: auch "Calvinisten" hat Gott lieb und einen Platz für sie im Himmel: glaube mir das!
Und "Freimaurer" waren um 1770 nach Männerbünde, die sich der Befestigung des Glaubens und der Wohltätigkeit widmeten. Erst später kam im Vorfeld der Französischen Revolution der antichristliche Drall in die Logen. Es ist also gehässig, Jung-Stilling (oder Mozart, oder Haydn, oder auch viele zeitgenösische Bischöfe) das negative Etikett "Freimaurer" umzuhängen, um sie (das ist doch wohl die Absicht hier) als verkappte Wüteriche gegen alles Christliche zu kennzeichnen.
Mit freundlichem Gruß, Ortwin.
[color=#BF0040]Grüß Gott, lieber Alfons!
Vorhin habe ich mir einmal Eure Zeitschrift "Der Fels" durchgeklickt; danke, daß man die einzelnen Hefte auch auf den Bildschirm holen kann.
Bitte sei mir nicht böse, wenn ich Dir offen sage, daß bei mir der Eindruck enstand: Ihr unterscheidet Euch ja von den Pius-Brüdern nicht [i]allzu[/i] sehr!
Ihr verurteilt Homosexuelle: wer hat Euch dazu das Recht gegeben? Ihr brecht den Stab über Geschiedene: wer hat Euch hier zum Richter bestellt? Ihr unterstellt allen, die eine geschwisterliche Kirche und einen angstfreien Umgang miteinander einfordern, sie hätten niedrige Motive und wollten Schaden anrichten.
Wer hat Euch befugt, ausgerechnet Euch als die Hüter und Bewahrer "der Kirche" zu betrachten?
Und zu Eurem Namen: "der Fels" ist allein der [b]Herr Jesus Christus[/b], und nicht der Papst! Dieser ist im Gefüge der Kirche der erste Diener aller (servus servorum dei, wie er sich ja selbst nennt) und [i]nicht[/i] der Herr und Herrscher der Christenheit. Der Papalismus und Kurialismus, dem Ihr ganz offen huldigt, weist ganz eindeutig auf eine vorkonziliare Ghettomentalität hin.
Zu Deiner Verwunderung ob der Beliebtheit der "nachtodlichen Belehrungen" von Johann Heinrich Jung-Stilling: diese atmen einen irenischen, alle Christen verbindenden Geist und zeichen sich aus (wenn ich als leider nur oberflächlicher Kenner der "Jenseitsbotschaften" das einmal so aufzählen darf) durch:
(1) Emanzipation aus dem tradidionell christlichen Gedankengebäude,
(2) Verbindung von Christentum und Aufklärung,
(3) Suche nach dem historischen Kern der christlichen Botschaft und
(4) Einübung in Frömmigkeitsformen, die einem modern, berufstätigen Christen angemessen sind.
Sicher kommt noch anderes dazu -- und vor allem auch Humor, den ich bei euch ganz vermisse.
Es spricht für sich, wenn Du (und auch andere in diesem Thread) nicht auf [i]den Inhalt [/i]der Texte eingehst und hier im einzelnen Deine Bedenken (die ich ja an manchen Stellen durchaus auch habe) vorträgst, sondern von vornherein das alles abqualifizierst als Äusserungen eines "Siegerländer Calvinisten und Freimaurers".
Nur dazu noch eine Anmerkung: auch "Calvinisten" hat Gott lieb und einen Platz für sie im Himmel: glaube mir das!
Und "Freimaurer" waren um 1770 nach Männerbünde, die sich der Befestigung des Glaubens und der Wohltätigkeit widmeten. Erst später kam im Vorfeld der Französischen Revolution der antichristliche Drall in die Logen. Es ist also gehässig, Jung-Stilling (oder Mozart, oder Haydn, oder auch viele zeitgenösische Bischöfe) das negative Etikett "Freimaurer" umzuhängen, um sie (das ist doch wohl die Absicht hier) als verkappte Wüteriche gegen alles Christliche zu kennzeichnen.
Mit freundlichem Gruß, Ortwin.[/color]